Wie der MUNGA zu seinem Namen kam

Kennen Sie MUNGA?

So lautet das von der MIG 1992 nachgedruckte Werbeprospekt der AUTO UNION GmbH.

MUNGA, nicht nur ein Spiel, ein Restaurant in Deutschland, eine afrikanische Waffe, ein Boot, eine Raststätte in Afrika oder auch in der Musikscene begegnet uns dieses Wort.

MUNGA-King, MUNGA Union was darf es sonst noch sein? MUNGA Eketebi - Herren Fußball in Florida, der DJ MUNGA überall stolpern wir über das Wort, die Buchstabenkombination.

MUNGA nichts militärisches, wie der ein- oder andere Laie beim Anblick des Geländeoldtimers aus dem Hause Auto Union GmbH vielleicht denkt!

MUNGA -

Das ist unser Auto.

Aber mit dieser Wortschöpfung kam er nicht auf die Welt.

Anfänglich versuchte man ihn Jeep zu nennen, weil man nicht wusste, dass dies ein geschützter Name ist. (Der Name Jeep ist von der amerikanischen Firma Willys Overland geschützt). So tauchen in manch alten Dokumenten die Bezeichnung DKW Jeep auf, ehe man ihn mit dem Namen DKW Geländewagen oder DKW Militärwagen titulierte.

Im Sommer1955 bekam er seinen ersten offiziellen Namen. Der F 91/4 wurde geboren und auf der Frankfurter IAA im September 1955 präsentiert.

Diese Bezeichnung blieb ihm nicht allzu lange erhalten, sie wurde für den späteren Typenbegriff verwandt!

Ab Januar 1956 nannte man ihn im Werk Ingolstadt nunmehr M-Wagen, M für Mehrzweck und nicht für Militär, wie vielleicht der interessierte Leser denken könnte.

Die offizielle Vorstellung 1956 beginnt mit den Sätzen….

mit dem M-Wagen hat die Auto Union ein Fahrzeug geschaffen, das den höchsten Anforderungen entspricht, die man an ein leichtes, geländegängiges Fahrzeug stellen kann.

Die technischen Daten des DKW Geländewagen lauten……

Unter dieser internen Bezeichnung wurde er bis Dezember 1961 durchgängig im Werk Ingolstadt geführt.

So wundert es auch nicht, dass die Bezeichnungen „M-Wannenwagen, M-Pritschenwagen und M-verlängerte Pritsche“ auftauchen.

Ein Fahrzeug, das als M-Wagen bezeichnet wird, kann man nicht verkaufen. So verwundert es nicht, wenn in den ersten offiziellen Verkaufsunterlagen unser guter alter MUNGA als

DKW-Geländewagen 3=6“ oder als „DKW-Jagdwagen“ zumindest für den zivilen oder privaten Bereich bezeichnet wird.

Auch Begriffe wie AUTO UNION Geländewagen begegnen uns in historischen Dokumenten.

Offizielle Bezeichnung, auch in den rechtlichen Dokumenten wie Typprüfung und Fahrzeugpapiere lauten dann „Geländewagen F 91/4 oder später F 91/6“.

In der Militärversion lautete die Bezeichnung bereits seit Ende1955 durchgängig LKW 0,25 t gl.

Weitere Testversionen als Plattform- oder auch als Schwimmwagen bzw. die Frontlenkerausführung erhielten die militärische Bezeichnung LKW 0,25 t. gl. Standard Universal mit Hinweis auf die ergänzende Variante.

Der Vorentwurf des neuen Verkaufsprospektes für die verlängerte Pritsche enthielt noch die bisherige Bezeichnung AUTO UNION M, das Mehrzweckfahrzeug, geländegängig mit Allradantrieb, für Industrie, Land- und Forstwirtschaft.

Mit dem Erscheinen der 62er langen Pritschenversion und der Pressemappe 1962 der Auto Union GmbH wurde offiziell die Wortschöpfung MUNGA verwandt. Sämtliche Verkaufsprospekte, Werbemittel, Preislisten (rückwirkend zum 1. Janaur 1962) etc. wurden umgestellt. An der Fahrzeugbeschriftung änderte sich nichts!

Die Buchstabenkombination MUNGA wurde nur für das zivil vertriebene Auto verwandt. Der zuvor ins Gespräch gebrachte Name AZ 1000 konnte sich nicht durchsetzen. Die Wortschöpfung AZ 1000 entsprach der Kombination Allzweck und 1000er DKW Motor.

Ebenso fand der Name VZ 1000 keinen Anklang, obwohl bereits in der Presse hiermit geworben wurde.

VZ 1000 der neue Vielzweck Geländewagen mit Allradantrieb, ein neuer Helfer für die Land- und Forstwirtschaft, so begannen die Werbetexte in den Anzeigen.

Diese Anzeigen sind heute sicherlich Raritäten!

Die Wortschöpfung MUNGA ist eine eingetragene Schutzmarke!


FuKoW

Im Sprachgebrauch des Zivil- bzw. Katastrophenschutzes wurde unser Oldtimer fast durchgängig als Funkkommandowagen bezeichnet und mit dieser Kurzform betitelt.


Bezeichnungen im Ausland


DKW cross country car oder DKW cross Country pick-ip waren die Verkaufsbezeichnungen in England.

Tout terrain DKW oder auch Tout terrain AUTO UNION lautet die Bezeichnung in Belgien und Frankreich

Auto Union Todo Terreno war die Bezeichnung im spanisch sprechenden Verkaufsgebiet.

Vrachtauto MUNGA, so lautete die Bezeichnung bei unseren Nachbarn in den Niederlanden. Wie würden LKW sagen.



BRONCO

Während der Mercedes Ära wurde der Nordamerikanische Markt mit Fahrzeugen aus dem DKW Programm forciert. Unter der Verkaufsbezeichnung „Bronco“ wurde unser MUNGA hier angeboten. Allerdings war die Nachfrage äußerst gering. Lediglich ein paar Dutzend Fahrzeuge fanden als Feuerwehr - Bronco oder Polizei - Bronco den Weg über den Atlantik zu Daimler Benz Amerika. Im Zivilbereich wurde er kaum geordert.

The Multi-Purpose Vehicle with 4-wheel drive

CANDANGO

Hierzulande weitgehend unbekannt geblieben sind die in Brasilien gefertigten DKW-Lizenzfahrzeuge namens Candango 2 und 4. Am Anfang der Produktion wurde der brasilianische MUNGA "JIPE TOPA TUDO DKW" genannt. Topa tudo bedeutet sinngemäß….überall hin, auf allen Wegen und Straßen…. Der Begriff Candango entstand erst 1962. Das Wort Candango war ein Nickname, eine Homenage an die brasilianischen Arbeiter. Davon wurden zwischen Frühjahr 1958 und 1963 von der Firma Vemag in Sao Paulo immerhin 7848 Exemplare hergestellt, sie unterschieden sich nur marginal von den deutschen Vorbildern.

© Ullrich Märker für MUNGA Interessengemeinschaft, Juli 2009

Nachdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung des Verfassers