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Getriebe-Vorgelege

Funktion Wirkungsweise Fehlersuche Fehlerbeseitigung

Da dieses Bauteil an unserem MUNGA in allen Werkstattinformationen etwas oberflächlich behandelt ist, möchten wir die Wirkungsweise, Fehlerursachen und Beseitigung detaillierter darstellen:

Handhabung:

Wenn Sie sich an die Ausführungen in den Betriebsanleitungen oder in den vergleichbaren Bedienungs- und Wartungsanleitungen sowie dem sonstigen Informationsmaterial erinnern, sollte das Untersetzungsgetriebe möglichst während der Fahrt und bei niedriger Motordrehzahl sowie getrennter Kupplung ein- oder ausgeschaltet werden.

Da nicht in jeder Stellung des Vorgelegezahnradsatzes ein Ineinandergreifen der Zahnräder erfolgen kann, gibt es bei stehendem Fahrzeug oft Schaltgeräusche, mit der Folge des vorzeitigen Verschleißes der Zähne bzw. ein Schalten ist überhaupt nicht möglich. Soweit es die Verkehrssituation zulässt, ist das Untersetzungsgetriebe nur bei rollendem Fahrzeug zu schalten. Beachtenswert ist noch, dass die in den genannten Anleitungen aufgeführten Höchstgeschwindigkeiten, insbesondere bei Bergabfahrten, nicht überschritten werden. Diese Schaltpunkte sollte sich jeder MUNGA – Fahrer merken, soweit auf dem Tachometer keine entsprechenden grünen Schaltmarkierungen vorhanden sind.

Ausführungen:

Ab Mitte 1958 wurde die Betätigung des Vorgeleges verbessert ( Zug, Deckel, Schalthebel ). Die alte Ausführung, zu erkennen an dem außenliegenden Arretierhebel mit Zugfeder auf dem Vorgelegeschaltdeckel, dürfte nur noch selten eingebaut sein, so dass sich dieser Bericht auf die neue Variante mit Schaltgabel beschränkt.

Beide Schaltbetätigungen können nur komplett ausgetauscht werden! Ab 1959 hat der Schlepphebel hinter dem Armaturenbrett werksmäßig einen Sicherungsbügel, um ein Herausspringen des Bowdenzuges zu verhindern. Außerdem wurde die Seillänge von 1080 mm auf 1070 mm verkürzt, um einen größeren Einstellbereich zu erreichen.

Funktion:

Durch Ziehen des Vorgelegeknebelgriffes im Armaturenbrett wird mit Hilfe von Feder, Schlepphebel und Bowdenzug die Schaltgabel betätigt und somit die Schiebemuffe auf den Mitnehmer zwischen Getriebehauptwelle und Vorgelegezahnrad verschoben.

Der Kraftfluss geht nun über Antriebswelle und Vorgelegezahnradblock zur Hauptwelle. Das Vorgelege bewirkt somit eine andere Grundübersetzung (1:1,604) in allen Gängen. Beim Ausschalten des Vorgeleges (Schaltgriff etwas anziehen, in waagerechte Stellung zurückdrehen und loslassen) wird durch die Feder im Seilzug die Schaltgabel in die alte Stellung zurückgedrückt. Für die Schiebemuffe ergeben sich 3 Verschiebestellungen, die nahtlos übergehen

Schiebemuffe vorn ( Richtung Antriebswelle) = Straßenfahrt

Schiebemuffe hinten (Richtung Hauptwelle) = Geländefahrt

Schiebemuffe in der Mitte = keine Übertragung des Kraftflusses

Zwischenstellungen müssen unbedingt durch eine richtige Einstellung vermieden werden, da ansonsten die Verzahnung des Vorgelegezahnradsatzes oder der innenverzahnten Schiebemuffe Schaden nimmt.

Der nachfolgende Ausschnitt zeigt zunächst die Einzelteile der Schaltbetätigung

(Klick auf das Bild zur vergrößerten Ansicht)

Austausch des Bowdenzuges

Auf die Arbeitsanweisungen im Werkstatthandbuch wird vorab verwiesen. Nachfolgend der detaillierte Zusammenbau:

1. Manschette (5) auf Seil (4) aufschieben, Hinweis: Als Staubmanschette kann jede handelsübliche Gummimanschette Verwendung finden, insbesondere eignen sich auch die Gummitüllen der Instrumentenbeleuchtung

2. Schaltwelle (3) in den Deckel (1) einschieben, Schaltgabel mit der flachen Seite zur Schaltwelle ansetzen und Gewinde der Schaltwelle durch die Schaltgabel drehen bis circa 2 -- 2 ½ Umdrehungen vorstehen, Hinweis: Die Schaltwelle muss in der Schaltgabel zügig gedreht werden können. Zu straffes oder zu loses Gewinde führt zu Funktionsfehlern. Bei zu straffem Gewinde kann mit Läpp - Paste das Gewinde etwas gängig gemacht werden. Bei zu losem Gewinde muss eines der beiden Teile erneuert werden.

3. Den Schaltbowdenzug (4) durch die Schaltwelle führen und in die Bohrung des Schaltdeckels (1) einschieben.

4. Den Kerbstift 3x24 (7) in den Gehäusedeckel und durch das Ende des Schaltseiles treiben. Anschließend die Bohrung verkörnen.

5. Die Feder des Schaltseiles so weit zusammendrücken, dass die beiden Kerbstifte 2x10 zwischen dem Ende der Bowdenzughülle und der Feder durch die Schaltwelle getrieben werden können, dann vernieten und abfeilen, so dass nichts mehr über die Schaltwelle vorsteht.

6. Schaltwelle so hindrehen, dass der Längsschlitz in der 8mm Gewindebohrung des Gehäusedeckels sichtbar wird, den Gewindestift M 8x18 so weit in den Schaltdeckel eindrehen, dass er gerade auf die Schraubenfeder auftritt, dann die Federscheiben und die Sechskantmutter M 8 aufschrauben. Mit einem Schraubenzieher den Gewindestift eine halbe Umdrehung zurückdrehen, anschließend die Sechskantmutter kontern. Hinweis: Nach Einstellung des Gewindestiftes muss die Schaltwelle im Gehäusedeckel leicht bewegt werden können!

7. Schiebemuffe der Vorgelegeschaltung in die Schaltstellung „Straßenfahrt“ (Richtung Kupplungsgehäuse) schieben und die Schaltgabel in die Führungsnut der Schiebemuffe einführen. Deckel aufsetzen und die 4 Befestigungsschrauben mit den entsprechenden Gewindebohrungen im Getriebe zur Deckung bringen. Deckel ohne seitliches Verschieben vorsichtig wieder abnehmen und die Stellung der Schiebemuffe messtechnisch festhalten.

8. Schiebemuffe der Vorgelegeschaltung in die Schaltstellung „Geländefahrt“ ( Richtung Stirnseite) schieben, Bowdenzug dauerhaft ziehen (eventuell durch Hilfe) und die Schaltgabel in die Führungsnut der Schiebemuffe einführen. Deckel aufsetzen und die 4 Befestigungsbohrungen mit den entsprechenden Gewindebohrungen im Getriebe zur Deckung bringen. Deckel ohne seitliches Verschieben vorsichtig wieder abnehmen und die Stellung der Schiebemuffe messtechnisch festhalten. Hinweis: Bei richtigem Axialspiel der Antriebswelle ergibt sich für die Schiebemuffe eine Verschiebelänge von ca. 15 mm. Die Schaltgabel lässt sich durch den Bowdenzug um maximal 13 mm verschieben. Somit ergibt sich bei richtig eingestelltem Vorgelege bei der Stellung „Straßenfahrt“ ein Abstand von 1 mm zwischen Schiebemuffe und Vorgelegezahnrad und in der Stellung „Geländefahrt“ ebenso ein Abstand von 1 mm zwischen Schiebemuffe und Zahnrad der Antriebswelle. Werden diese Maße unter Position 7 + 8 nicht erreicht, so ist der Gewindestift M 8 herauszudrehen und die Schaltwelle zu verstellen.

9. Nach erfolgter Schaltprobe den Schaltdeckel und die Dichtung mit flüssiger Dichtmasse bestreichen und anbauen.

10. Bowdenzug knickfrei verlegen und in die Halterung an den Zündspulen einhängen.

11. Stellmutter für Seilzug in die Spritzwand eindrehen

12. Seilzug einhängen und Sicherungsfeder einheben.

13. Einstellschraube herausdrehen bis der Seilzug ein Spiel von 0 – 1 mm hat. Mit Gegenmutter an der Spritzwand kontern.

Hinweis: der Bowdenzug sollte alle 3000 km oder 2 x jährlich mit Mehrzweckfett im Rahmen der Wartung abgeschmiert werden.

Fehlersuche:

Vorgelege lässt sich

nicht schalten

Seil fehlt

Seil gerissen

Seil geknickt verlegt

Mechanik hinter dem Armaturenbrett

fehlt, unvollständig, verklemmt oder defekt

falsche Grundeinstellung der Schaltgabel

Schaltmuffe sitzt auf Mitnehmer fest

Schaltwelle im Deckel verklemmt

Seil erneuern,

Seil erneuern

Seilführung überprüfen

Teile vervollständigen

defekte Teile austauschen, bewegliche Teile gangbar machen

siehe Punkte 7 + 8

gangbar machen bzw. austauschen

gangbar machen bzw. tauschen

Vorgelege lässt sich nicht

einwandfrei schalten

Spiel an der Einstellmutter an der Spritzwand zu groß

falsche Grundeinstellung der Schaltgabel

Vorgelegezahnradsatz oder Teile davon verschlissen

Spiel korrekt auf das Maß 0 - 1 mm einstellen

siehe Punkte 7 + 8

defekte Teile erneuern

Vorgelege lässt sich nicht ausschalten Feder des Bowdenzuges ermüdet oder eingeklemmt Bowdenzug erneuern

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copyright 2003 MUNGA IG, Stand 27.9.2003